
Das Koppen bei Pferden ist ein weit verbreitetes Problem. Es zählt zu den Verhaltensstörungen, auch Stereotypien, beim Pferd. Beim Koppen wird die Halsmuskulatur des Pferdes angespannt und es dringt Luft in die Speiseröhre. Es entsteht ein rülpsendes Geräusch.
Am häufigsten tritt das Verhalten in Form des Aufsetzens an Kanten auf. Das Pferd setzt dabei die Schneidezähne auf die Kante auf, spannt die Halsmuskulatur an und zieht den Kehlkopf nach unten. Man spricht von Aufsetzkoppern. Einige Pferde haben gelernt dieses Verhalten auch ohne eine Kante auszuführen. Sie senken den Kopf und spannen ihre Halsmuskulatur durch Bewegung an. Diese Pferde werden Freikopper genannt.
Wie bei jeder Verhaltensstörung liegen die Ursachen für das Koppen in der Regel in der Haltung. Eine nicht artgerechte Haltung, Fütterung sowie Schmerzen, Stress und Langeweile begünstigen ein solches Verhalten. Das Pferd nutzt das Koppen, um Stress abzubauen.
Warum ist Koppen so gefährlich für Pferde?
Im Allgemeinen gilt: Aufsetzkoppen ist gefährlicher als Freikoppen. Dies liegt vor Allem daran, dass es durch das Aufsetzen zu einer erhöhten Abnutzung der Schneidezähne kommt. Es kommt schnell zu einem sogenannten „Koppergebiss“. Im schlimmsten Fall, kann es sogar soweit kommen, dass die Schneidezähne so stark abgenutzt werden, dass Nervenwurzeln Freigelegt werden und das Pferd unter starken Schmerzen leidet.
Durch das ständige Anspannen der Halsmuskulatur kommt es zur vermehrten Bildung von Muskulatur im unteren Bereich des Halses. Diese ist unerwünscht und sollte durch die Arbeit beim Reiten oder vom Boden korrigiert werden.
Einem Pferd, das sich das Koppen angewöhnt hat dieses Verhalten vollständig abzugewöhnen ist schwierig. Selbstverständlich ist der wichtigste Punkt, auslösende Faktoren abzuschalten. Sowohl die Haltung, als auch die Fütterung sollten optimal gestaltet werden:
Was kann man gegen Koppen tun?
- Füttere deinem Pferd ausreichend Raufutter und achte auf gute Qualität
- Achte auf eine bedarfsgerechte Fütterung von Kraftfutter
- Biete deinem Pferd täglich freie Bewegung auf der Weide in einer Gruppe, sodass es sein Sozialverhalten ausleben kann
- Achte auf die Gruppendynamik in einer bestehenden Herde, z.B. ständige Unterdrückung kann zusätzlichen Stress auslösen
- Biete deinem Pferd Beschäftigungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch Heunetze oder Beißholz
- Vermeide Stress während des Trainings
Bei Aufsetzkoppern wird häufig dazu gegriffen, Kanten mit schlecht schmeckenden Pasten oder Flüssigkeiten einzureiben. Auch Kopperriemen, die ein Anspannen der Halsmuskulatur und somit das Koppen verhindern sind weit verbreitet. Beide Methoden sind allerdings nicht tiergerecht. Das Pferd baut über das Koppen Stress ab. Wird dies verhindert, kann das Stresslevel des Pferdes weiter steigen und auf Dauer gesundheitliche Probleme verursachen oder das Koppen auf lange Sicht weiter verstärken. Man sollte dem Pferd daher lieber ein Alternativverhalten bieten und das unerwünschte Verhalten darüber reduzieren.
