
Pferde leiden stumm. Sie haben, anders als beispielsweise Hunde, keinen Laut, der Schmerz ausdrückt. Doch woran kannst du erkennen, ob dein Pferd Schmerzen hat? Das ist gar nicht so einfach. Das Pferd als Fluchttier ist darauf eingestellt keinen Schmerz und somit auch keine Schwäche zu zeigen. Doch wenn du genau hinschaust, kannst du Anzeichen für Schmerz erkennen.
Bei akuten Schmerzen, zum Beispiel durch eine Kolik oder eine Verletzung, ist es noch recht einfach. Das Pferd zeigt eine Lahmheit, bewegt sich weniger oder zeigt starke Unruhe, inklusive Wälzen und hinlegen, frisst oder trinkt nicht. Nüstern und Augen können geweitet sein, Herzfrequenz und Körpertemperatur erhöht. Diese Anzeichen sind für nahezu jeden zu erkennen und du solltest selbstverständlich umgehend deinen Tierarzt kontaktieren, um deinem Pferd zu helfen.
Besonders wichtig für die Schmerzbeurteilung ist die Mimik deines Pferdes. Die Beurteilung erfolgt nach der Grimace Pain Scale, einer wissenschaftlich validierten Methode. Dabei werden sechs Gesichtsbereiche bewertet:
- Ohren: Nach hinten gerichtete Ohren
- Augen: Zusammengezogene Augenlider
- Augenpartie: Muskelanspannung der oberen Augenpartie
- Kaumuskulatur: Anspannt, hervortretend
- Maul/Kinn: Zurückgezogene Oberlippe, Kinn ausgeprägt
- Nüstern: Angespannt, flach nach hinten gezogen
Weitere Anzeichen können sein:
- Das Pferd hat Schwierigkeiten bei bestimmten Bewegungsabläufen (z. B. Wendungen)
- Der Bewegungsablauf wirkt verlangsamt
- Das Pferd ist aggressiv
- Apathie und Teilnahmslosigkeit
- Das Pferd legt sich kaum noch hin oder wälzt sich nicht mehr
- Das Pferd frisst schlechter
- Glanzloses, raues Fell
- Das Pferd stöhnt
- Unrunder Bewegungsablauf
- Zittern
- Vermehrtes Schweifschlagen
- Häufiges Stolpern
- Zähneknirschen oder angespanntes Maul
- Gewichtsabnahme
Beobachte dein Pferd auch im Alltag, wenn es fit und gesund ist, regelmäßig und lerne es genau kennen. So kannst du schneller die Situation einschätzen und bei Unsicherheiten deinen Tierarzt kontaktieren, um die Ursachen des Schmerzes zu finden, um deinem Pferd möglichst schnell zu helfen.
